Herzlich Willkommen auf Burg Vondern!

Solidarität mit der Ukraine und der Oberhausener Partnerstadt Saporoschschija - Burg Vondern erstrahlt in Blau und Gelb

Veröffentlicht von Christian Wolf (wb_cwolf) am 06.03.2022
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Auf der Oberhausener Friedensdemo der Jusos, Jungen Union,  Julis und der Grünen Jugend vom Saporishja-Platz zum Friedensplatz, an der sich auch unser Oberbürgermeister Daniel Schranz beteiligte und zu den Teilnehmenden sprach, redete auch unser Mitglied im Förderkreis Burg Vondern e.V., Tobias Aarns (29, Historiker).

Das Herrenhaus der Burg Vondern in den Farben der urkrainischen Nationalflagge illuminiert.

Aus aktuellem Anlass stellen wir an dieser Stelle den Wortbeitrag zur Verfügung und dokumentieren damit unsere Solidarität mit den Menschen in der Ukraine und insbesondere mit der Oberhausener Partnerstadt Saporoschschija. Wir, als Förderkreis, verabscheuen den Angriffskrieg auf die Ukraine und solidarisieren uns mit den Menschen, die in immer schlechteren Verhältnisse leben, verletzt oder gar getötet werden und sich den Angriffen meist nur durch Flucht entziehen können.

Redebeitrag von Tobias Aarns (29, Historiker und Mitglied des Förderkreises Burg Vondern e.V.) auf der Oberhausener Friedensdemo:

„Liebe Oberhausenerinnen und Oberhausener,

wir haben nun gemeinsam einen Weg durch unsere Stadt hinter uns gebracht. Dieser Weg hat am nach unserer Partnerstadt Saporoschschija benannten Platz begonnen, einem Ort, an dem, wie dort auch, sonst Kinder spielen, sich Freunde in Cafés treffen, wo heute vielleicht Menschen gefeiert hätten.

Doch heute ist dieser Platz Zeuge des gemeinsamen Entsetzens ob des kriminellen Überfalls auf unsere Partner und Freunde. Auf Menschen, die wir seit nunmehr 36 Jahren besonders eng mit uns verbunden wissen. Ich glaube, viele, die heute hier sind, bangen um Familie und Freunde oder werden von gemeinsamen Erlebnissen und Erinnerungen mit der Bevölkerung von Saporoschschija berichten können, verbunden durch die gemeinsame Historie als Stahlindustriestandorte, über den Schüleraustausch und die Arbeit von Vereinen und Verbänden. Diese uns so vertraute Stadt wird in diesen Tagen beschossen. Raketen trafen das städtische Busdepot, ein ohne jeglichen Zweifel ziviles Ziel, am Samstagabend. Heute Morgen ging die mutige Bevölkerung in der Region russischen Panzern entgegen, um deren Vorrücken mit ihrer bloßen Präsenz zu stoppen. Vor diesem Heldenmut, können wir uns nur mit bewunderndem Staunen verneigen. Während wir hier sprechen, heult über Saporoschschija und anderen Städten der Luftalarm. Menschen werden gewaltsam aus ihrem Alltag, ihrem Leben und ihrer Zukunft gerissen und die von Seiten des Aggressors gegebene Begründung ist so fadenscheinig wie perfide.

Heute vor einer Woche sprach Wladimir Putin in einer Rede an die Russische Nation beinahe eine Stunde lang über seine Sicht der gemeinsamen Geschichte der Ukraine und Russlands, um seine Anerkennung der Donbasregion zu erläutern. Dabei macht er nicht nur für mich als Historiker, sondern für jeden ehrlichen Betrachter dieser gemeinsamen Geschichte zum Himmel schreiende Aussagen und legt sein wahres Weltbild offen.

Noch entlarvender ist der Teil der ukrainischen Geschichte, den Herr Putin weglässt. Die ersten Versuche nationaler Unabhängigkeit nach der Revolution von 1917, die Schrecken des russischen Bürgerkriegs auf ukrainischem Boden, die sowjetische Zwangsrussifizierung und nicht zuletzt Stalins Versuch, den Widerstand der Ukrainer gegen die Kollektivierung zu brechen, dessen Folge, der Holodomor, Millionen von Menschen durch Hunger tötete und jüngst die offene und demokratische Entscheidung eines Volkes, eben nicht Teil eines autoritären Machtbocks sein zu wollen.

Oberbürgermeister Daniel Schranz im Interview mit dem Radio Oberhausen auf der Friedensdemo.

Auch heute versucht Putin, sich auf alte sowjetische Propaganda und künstlich geschürte Angst vor dem Faschismus stützend, die Legitimität des ukrainischen Pochens auf Unabhängigkeit in Frieden und Freiheit zu brechen. Dass er dabei aber nicht, wie behauptet, verlorene Brüder und Schwestern des russischen Volkes Heim holt oder vor der behaupteten Aggression des Westens beschützt, sondern seine eigene, durch Neurechte Denker beeinflusste Sicht auf seinen persönlichen Platz in der Geschichte durchsetzen will, erfordert noch nicht einmal das Lesen zwischen den Zeilen, es ist offenkundig. Dass er damit die für ihn so beängstigende liberale Demokratie, die wir hier genießen dürfen, mit angreift, darf hier nicht unerwähnt bleiben. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass wir, die freien Bürgerinnen und Bürger Europas nicht vergessen haben, wessen Hofphilosoph mit der radikalen Rechten in Deutschland paktiert, woher die Gelder für dem europäischen Projekt ablehnend gegenüberstehende Gruppen und Parteien, vom Berexitmovement bis zur AfD gekommen sind und wer bei jeder Gelegenheit versucht, uns gegeneinander aufzubringen. Aber wir sagen Nein! Europa ist einig. Die EU ist einig. Die Nato ist einig. Wir werden unsere Verbündeten nicht im Stich lassen, wir könnten es gar nicht, ohne uns selbst im Stich zu lassen.

Wir wollen diesen Krieg nicht, wie die mutigen Demonstrationen in vielen Städten zeigen, will ihn die russische Bevölkerung nicht und die Menschen in der Ukraine wollen ihn, verzeihen Sie meine Worte, verdammt nochmal erst recht nicht. Aber um sich selbst, ihre Familien, ihr Leben und unsere gemeinsame Demokratie, unser aller Werte und Freiheit verteidigen zu können, benötigen sie, trotz allem Heldenmut, der in die Geschichte eingehen wird, jede Hilfe, die sie bekommen können. Für die Flüchtenden und Vertriebenen, für die Verwundeten und Eingeschlossenen, aber eben auch für die kämpfenden Männer und Frauen.

Wir als Junge Union Oberhausen sind erleichtert, dass Deutschland und seine Partner endlich die so bitter benötigten modernen Waffensysteme an die Ukraine liefern. Dass diese zu einem schrecklichen, aber letztendlich erfolgreichen Einsatz kommen, sehen wir stündlich. Dass dies dem russischen Volk die menschenverachtende Sinnlosigkeit von Putins Krieg vor Augen führen mag, hoffen wir jetzt in diesem Moment. Morgen, wird kein ganz normaler Dienstag sein. Einen solchen wird es in Saporoschschija und der ganzen Ukraine lange nicht geben. Doch tun wir als Partner hier in Oberhausen alles, dass es, so Gott will, zumindest bald friedliche Tage sein werden.

Friede und Freiheit für Europa, einig in Vielfalt, Ruhm der Ukraine!“

Zuletzt geändert am: 06.03.2022 um 12:23

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mit freundlicher Genehmigung von Carsten Walden FOTOGRAFIE


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